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Das Feedbackgespräch

Aktualisiert: 6. März 2023

Das Feedback-Gespräch zum Abschluss eines 360°-Grad-Feedback-Prozesses

Die Befragungsphase ist abgeschlossen, die Berichte aufbereitet und die quantitativen Ergebnisse liegen am Tisch. Nun beginnt eine der wichtigsten Phasen des gesamten Prozesses.

Der entscheidende nächste Schritt im 360°-Feedback-Prozess ist die Reflexion der Feedback-EmpfängerInnen auf die Ergebnisse. Gelingt es hier, eine Stimmung der Offenheit und Lernbereitschaft zu erzeugen, kann das 360°-Feedback Auslöser für Entwicklung sein. Sind die Feedbacks für ihn oder sie Lern- und Entwicklungschancen, dann werden sie als solche auch genutzt werden. Das Wahrnehmen dieser Chancen steigt markant, wenn Feedback-EmpfängerInnen bei der Reflexion ihrer Ergebnisse von einem, einer Coach unterstützt werden. Unsere langjährige Erfahrung in der Durchführung von Feedback-Gesprächen bestätigt die Bedeutung dieses begleiteten Reflexionsgespräches. So wie nach jedem Befragungsprozess sehen wir auch hier den Schlüssel für Entwicklung im Dialog zu den Ergebnissen mit dem jeweiligen Feedback-Empfänger und darüber hinaus.

Durch das gemeinsame Erörtern und Herausarbeiten von Entwicklungsthemen kann eine Einordnung der persönlichen Sicht auf die Ergebnisse in den jeweiligen Unternehmenskontext erfolgen. Auch „weiche“ Themen, die sonst so gut wie nie in Zahlen vorliegen (wie z.B. Verhalten in Konflikten, Kommunikationsmuster etc.), sind jetzt quantifiziert im Ergebnisbericht dargestellt und können auf dieser Basis erörtert werden.

Die Ziele des Rückmeldegespräches sind vielfältig:

  • Klärung methodischer und darstellungstechnischer Fragen

  • Herstellen des Bezugs zwischen Ergebnissen und Alltagspraxis

  • Nutzen von überraschenden Ergebnissen, Widersprüchen und unterschiedlicher Sichtweisen, um Verhaltensmuster zu reflektieren

  • Entwickeln von alternativen Perspektiven zur Interpretation und Bewertung

  • Festhalten von Entwicklungsschritten in einem Maßnahmenplan


Die empfohlene Dauer eines Feedback-Gespräcjs liegt bei 1,5 Stunden. In dieser Zeit arbeiten wir gemeinsam mit den Feedback-EmpfängerInnen heraus, welche Ergebnisse systembedingten Einflüssen unterliegen bzw. welche individuell veränderbar und steuerbar sind. Der Blick liegt dabei nicht nur auf Entwicklungsfeldern, sondern auch auf den wertschätzenden Rückmeldungen im Ergebnisbericht.

Als BeraterInnen können wir die Ergebnisse des Feedbackberichts und die Sichtweise der, des Feedback-EmpfängerIn schlüssig verdichten. Dabei bleiben wir auf mögliche Entwicklungsräume fokussiert. Das Gespräch bietet daneben auch neutralen Raum, heikle Themen und aktuelle Herausforderungen anzusprechen und zu erörtern.

Durch diesen Austausch kann ein tieferes Verständnis für die eigenen Verhaltensmuster und die Rolle in der Organisation entstehen. Eine Übersetzung in einen Transfer in den Alltag wird dadurch nachhaltig ermöglicht. Individuelle und konkrete Verhaltensveränderungen adressieren Veränderungen in der Kommunikation, im Verhalten bzw. in der inneren Haltung.


Weiterführende Dialogmaßnahmen

Ein gut gemachtes 360° Feedback ist ein hervorragender Ansatzpunkt für einen strukturierten Austausch der Feedback-EmpfängerInnen mit ihren Feedback-GeberInnen. Als begleitende BeraterInnen nutzen wird das persönliche Feedback-Gespräch, um diesen Austausch mit den Feedback-EmpfängerInnen vorzubereiten. Die Auswertung ist nur eine Brücke bzw. eine strukturierte Hilfe für ein gutes, offenes Gespräch zwischen dem, der Feedback-EmpfängerIn und den Feedback-Geber-Gruppen wie Führungskräften, MitarbeiterInnen, KollegInnen oder anderen.

Eine weitere Möglichkeit für konkreten Austausch zum jeweiligen Ergebnisbericht ist ein an das Feedback-Gespräch anschließendes kurzes Dreier-Gespräch mit der jeweiligen Führungskraft. Eine persönliche Einschätzung der Ergebnisse durch die übergeordnete Führungskraft machen die quantitativen Ergebnisse noch greifbarer und nachvollziehbarer. Gemeinsam werden konkrete Vereinbarungen für die persönliche Weiterentwicklung sowie eventuelle weitere Dialogmaßnahmen mit MitarbeiterInnen, KollegInnen oder anderen Anspruchsgruppen in der Organisation besprochen und festgelegt.


Auslöser für Selbstführung und tragfähige Arbeitsbeziehungen

Fazit: Das 360- Grad-Feedback ist ein mächtiger Prozess, der MitarbeiterInnen hilft, ihre Fähigkeiten und Verhaltensweisen zu reflektierten, einzuordnen und – dort wo notwendig und sinnvoll – zu entwickeln.

Die Akzeptanz steht und fällt mit der Art und Weise der Reflexion auf die Ergebnisse. Es empfiehlt sich, bereits im Vorfeld darüber Transparenz zu schaffen, wer in welcher Form die Ergebnisse erhält. Die Verbindlichkeit der Folgemaßnahmen hat einen Einfluss auf den Erfolg von 360°-Feedback-Projekten. Bei der Planung und Umsetzung von Verhaltensänderungen ist es dabei besonders wichtig, dass die Feedback-EmpfängerInnen auch von ihren Vorgesetzten und dem Unternehmensumfeld unterstützt werden.

Durch ein begleitetes Feedback-Gespräch können Selbstführung und Selbstwirksamkeit entwickelt werden, um so tragfähige und nachhaltige Arbeitsbeziehungen zu schaffen und den eigenen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens erkennen und steuern zu können.


©Trigon Entwicklungsberatung



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